KOPFWEHRÄUME I

10 Sep

KOPFWEHRÄUME I

THE HEADACHE ROOM (ASYLUM) I - By LitterART 2009 ©

THE HEADACHE ROOM (ASYLUM) I - By LitterART 2009 ©

Nahezu alle Häuser und Wohnungen haben sie: Kopfwehräume. Diese Räume liegen immer versteckt. Ihre Zugänge sind meist unsichtbar.

In Kopfwehräume geht niemand freiwillig. Man sucht sie nicht auf. Man befindet sich plötzlich in ihnen.

In Kopfwehräumen werden keine offenen Ausgänge wahr genommen. Fenster und Türen dieser Räume sind verschlossen. Sie scheinen offen zu stehen. Sie können dennoch nicht passiert werden. Es gibt unüberwindbare Barrieren. In Kopfwehräumen ist keine Orientierung möglich. Natürlich sind Ausgänge da. Es gibt auch Eingänge. Beide lassen sich aber nicht wie gewohnt nutzen. In Kopfwehräumen ist alles anders.

Kopfwehräume sind von schwachem Licht erfüllt. Das ist kein natürliches Licht. Das Licht besteht aus verdampfter Vergangenheit. Das Licht in Kopfwehräumen ist unerträglich. Dieses Licht kann Schatten werfen. An diesen Schatten verbrennt man sich die Träume.

Am gefährlichsten in Kopfwehräumen sind die bewusstseinsfressenden Blasen. In eine solche Blase kann man geraten. Man kann ebenso von ihr umflossen werden. Niemand ist jemals wieder gesund aus einer solchen Blase heraus gekommen.

In Kopfwehräumen zu schreien ist sinnlos. Schreie werden von außen nicht gehört. In Kopfwehräumen zu schreien ist auch nicht ratsam. Schreie vertausendfachen sich in ihrer Intensität darin. Das kann für darin Eingeschlossene zur Folter werden. Dieses Phänomen ist berüchtigt.

Aus Kopfwehräumen kommt man nicht so schnell heraus. Das ist schlimm. In ihnen erleidet man in jedem Fall Qualen an Körper und Seele. Das ist noch schlimmer. Man kann Kopfwehräume nicht meiden. Man wird von ihnen geholt. Es gibt kein Mittel gegen ihre Macht über Menschen. Kopfwehräume zählen zu den unangenehmsten Örtlichkeiten unserer Welt. Sie sind unheimlich. Kopfwehräume kennen keine Gnade. Viele kennen sie. Niemand mag sie.

In früheren Zeiten hat man in Kopfwehräumen Gebete gemurmelt. Das Beten hat aber auch nichts geholfen. In Kopfwehräumen herrscht absolute Gnadenlosigkeit. In jüngeren Zeiten nimmt man gegen die böse Wirkung von Kopfwehräumen Tabletten ein. Diese können Zugänge schließen und Ausgänge öffnen. Man muss aber eine Tablette bei sich haben. Auf die Wirkung von Tabletten verlassen sollte man sich nicht.

Kopfwehräume können einzeln oder in Verbänden vorkommen. Sie existieren seit der Erschaffung der Menschheit. Sie werden auch noch länger da sein. Vielleicht wird die Wissenschaft einmal ein Mittel gegen sie finden. Bisher ist das aber nicht der Fall. Das ist sehr bedauerlich!

Das Hubble-Teleskop soll jüngst Indizien für die Erhärtung einer Hypothese gefunden haben. Nach dieser Hypothese soll unsere gesamte Galaxie in einen kosmischen Kopfwehraum eingeschlossen sein. Darüber wird offiziell nicht berichtet. Vielleicht stimmt das auch gar nicht.

By LitterART, 10. September 2009 ©

6 Antworten to “KOPFWEHRÄUME I”

  1. buchfieber 2009/09/15 um 11:05 #

    Das ist ja spannend, dass man dafür heutzutage ein Hubble-Teleskop braucht! Als Kind habe ich dafür einen Spiegel benutzt. Man hält ihn waagerecht vor dem Bauch und schaut beim Laufen nur in den Spiegel hinein. Macht man das lang genug, findet man den Eingang.

    Der Vorteil von Spiegeln gegenüber Teleskopen: Das Kopfweh befällt nicht den Geher selbst, sondern im Fall des komischen Kindes die Mutter, die ihm ordentliches Gehen durch ordentliche Räume beibringen will.

    Kompliment für den Beitrag und das Foto!

  2. Anwardya 2009/09/20 um 20:10 #

    Text und Foto sind so wunderbar surreal, daß sich sofort noch viel mehr Räume auftun. Gefällt mir.

  3. Maria Kempf 2009/09/22 um 10:55 #

    sehr schön. das Bild ist eindrucksvoll, der Text hat es mir nun fast noch mehr angetan.

  4. Thinkabout 2009/10/21 um 19:16 #

    Hallo LitterArt
    Ihr Text ist für blogbibliothek.ch empfohlen worden – und wir möchten ihn gerne aufnehmen. Dafür brauchen wir aber einen E-mail-Kontakt zu Ihnen, den ich hier nicht finden kann.
    Können Sie mich bitte unter kurt (at) blogbibliothek (punkt) ch. anschreiben?
    Vielen Dank und freundliche Grüsse
    Thinkabout

    • litterart 2009/10/21 um 19:31 #

      Servus Kurt alias Thinkabout,

      ich habe mir blogbibliothek.ch angesehen, freue mich ber die Einladung und erklre mich mit der dortigen einmaligen Publikation einverstanden!

      Mit herzlichen Gren

      LitterART

      http://www.litterart.wordpress.com

  5. Thinkabout 2009/10/21 um 19:57 #

    Servus LitterArt
    Danke für die schnelle Antwort! Aber zur Anmeldung und Freischaltung gehört ein Fromular, in dem Ihre Urheberrechte respektierend etwas förmlicher nachgefragt wird. Und dafür brauche ich nun leider eine e-mail-addy von Ihnen .
    Freundliche Grüsse
    Kurt

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