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TEAMWORK

10 Apr

 

TEAMWORK . The incredible transport technology of ants

Some ants are transporting a big dead cricket over an enermous distance in a very steep rocky terrain full of dangers and obstacles.

Recorded in Styria/Austria/Europe in April 2016.

Created, shot and edited

by LitterART © 2016

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Miba Eisbraun . THREE STATEMENTS ABOUT ART . 2012

23 Feb

Miba Eisbraun

THREE STATEMENTS ABOUT CONTEMPORARY ART

The greatest  ever

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Miba Eisbraun with Irmgard J. Eisner

Orginal version in FULL HD  ǀ  3’00“

Miba Eisbraun . © 2012

mibaeisbraun.com

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DER PIANIST

20 Aug
 
 

APPORT (Selfportrait by Emil Siemeister) | Photo by LitterART | 20/08/2010 ©


DER PIANIST

Festspielzeit! Der heilige Ernst. Sein Ruf war ihm voraus geeilt. Er schien ungeduldig erwartet zu werden.

Viele der Anwesenden wollten gesehen werden. Einige wollten ihn sehen. Wenige wollten ihn spielen hören. Ganz wenige hatten ihn bereits spielen erlebt. Alle versprachen sich einen genialen Abend; jeder auf seine Weise.

Er erschien. Er wurde geschaut. Er beschritt die Bühne. Er wirkte ungesehen. Sein Körper neigte sich nach vorne. Man hielt den Atem an. Er erinnerte an einen devoten Oberkellner. Mindestens eine Konzertbesucherin lächelte. Seine linke Hand lag auf dem Rücken. Er beachtete das Publikum nicht. Umso mehr beobachte es ihn. Er nahm sofort am Flügel Platz. Unverzüglich begann er zu spielen.

Jeder Pianist tritt anders auf. Dieser ganz besonders anders.

Wer war er? Wo kam er her? Wo ging er hin? Er war einer der besten Pianisten der Welt. Seine Mimik verriet nichts. Die Nacht hatte er in einem Bahnhofshotel verbracht. Luxus bedeute ihm nichts. Sein erstes Konzert hatte er in jungen Jahren gegeben. Niemand wusste viel über sein Leben. Es gab zahlreiche Vermutungen und Legenden.

Sein weißes Haar war länger und schütter. Bach. Er wirkte massig. Sein Körper ruhte. Seine Hände tanzten. Jeder Finger war ein Wesen.

Er war anders. Entweder verachtete er das Publikum. Oder er musste er sich unbeachtet fühlen.

Applaus. Die ständige Störung. Sofort spielte er weiter. Bach. Er solisierte. Das tat er immer und ausschließlich; seit geraumer Zeit.

Das Publikum: unversehens in einem musikalischen Netz aus Poesie gefangen.

Er war unfassbar. Er beschämte und verunsicherte. Zu spät erkannten viele einen Menschenfänger in ihm. An Flucht war nicht zu denken. Die Musik stand für sich. Pianist will keiner da gewesen sein. Die Klänge drangen in das Fleisch der Seelen. Sie nahmen es. Sie legten es in den Magen des Pianisten. Manchmal. Andernmals evozierten sie Chimären. Sie nahmen in Besitz. Das jedenfalls.

Den Zuhörern widerfuhr Ungeheuerliches. Sie fühlten uneingestandene Wirkungen. Diese zogen tiefgreifende Veränderungen nach sich. Man war mit einem sicheren Gefühl hier her gekommen. Verlassen würde das Konzert erschüttert.

Magie.!?

Ausgebacht. Abermals lässt der Genius Applaus über sich ergehen. Da kann man nichts machen!

Chopin. Applaus. Menschen sind eben so. Mit Zugaben soll er niemals geizen.

Eine Dame warf ihm einen Rosenstrauß zu. Die Beiläufigkeit fiel auf das Podium. Für den Pianisten existierte sie nur bedingt. Er schenkte ihr keinen Blick. Er trat nicht auf sie. Er umging sie. Der Blumenstrauß war einfach da. Er blieb liegen.

Am Ende des Konzertes zog er sich zurück wie eine Krabbe. Retourgang.

Ein seltsamer Musiker. Seit vielen Jahren ist keine CD von ihm erschienen. Wozu auch!? In seinem Leben würde das nichts Wesentliches ändern. Und auch nicht in dem seiner Zuhörer.

Bach. Bach. Chopin. Viele hätten sich Musik von Alexander Skrjabin gewünscht. Das Programm bestimmt der Pianist selbst. Keiner hat ein Mitspracherecht. Selbst der Manager des Pianisten nicht. Wie eisern!!! Dennoch: Nach dem Konzert lachte der Musiker. In der Garderobe scherzte er sogar. Essenseinladung nahm er keine an. Er ging zurück in das Bahnhofshotel. Von dort aus reiste er still zurück in die Welt. Zuhause war er in Russland. Dort soll er viel Zeit mit dem Lesen verbringen. Er las nicht nur Noten.

Üben soll er weniger als erwartet. Wie kein Star zu leben braucht er nicht zu üben.

Er hatte viele Steinway-Flügel gespielt. Ihre Eigenheiten hat er alle im Kopf. Konzertflügel hält er für kränkelnd und sterblich. Sie sind sein Unsicherheitsfaktor. Irgendeine Schwäche hat jeder Flügel. Die Steinways zittern vor diesem Pianisten. Auch die Klavierstimmer fürchten ihn panisch.

By LitterART | 20/08/2010 ©

 

NICHT MEHR

16 Mrz

Ausgebrückt | By LitterART | 16/03/2010 ©

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NICHT MEHR *

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Er fühlt sich ganz gebrückt. Mit den Zähnen beißt er ins Gras des einen Ufers. Mit den Zehen gräbt er sich in die Erde des anderen. Dazwischen bäumt sich sein Leib. Er wird überfahren. Er wird übergangen. Er ist einfach nur da. Ein einziger Schmerz ist er.

Nicht mehr. Für sich ist er da. Er ist da nur für die Anderen.

Franz heißt er. Es gibt ihn schon lange. Nicht mehr. Zwischen den Steinwänden verhallt seine Wandelstimme nicht. Und nicht: „Ohne einzustürzen kann keine einmal errichtete Brücke aufhören, Brücke zu sein.“ Franzens Stimmung ist keine gute. Franz lebt. Nicht mehr. Franz lebt von der Spannung. Verliert Franz seine Spannung, ist er. Nicht mehr.

Unter ihm die Forellenlosigkeit des Baches. Über ihm das Eis des Himmels. Auf ihm das ewig Verkehrte. Franz will. Nicht mehr. Franz kann. Nicht mehr. Er sackt in sich zusammen. Er wird zum Es. Es hat sich ausgebrückt. Franz ist. Nicht mehr.

* Hommage à Franz K., Die Brücke

By LitterART | 16/03/2010 ©

WORD FAMOUS

8 Nov

WORD FAMOUS

 

From time to time writing people have the feeling to be WORD FAMOUS.

 

By LitterART, 07/11/2009 ©



THE YES MEN REPARIEREN DIE WELT

16 Sep

THE YES MEN REPARIEREN DIE WELT

(Konversation zweier Kunst-Menschen heute)

 

Von: Hannes, Gesendet: Dienstag, 15. September 2009 11:59, An: Michael, Betreff: The Yes Men im Arte

Lieber Michael,

ein Hinweis für heute Abend: The Yes Men werden heute um 21 Uhr im ARTE mit ihrem Film „The Yes Men reparieren die Welt“ vorgestellt! Wiederholung am Donnerstag Nachmittag!

Liebe Grüße, Hannes

 

Von: Michael, Gesendet: Dienstag, 15. September 2009 12:22, An: Hannes, Betreff: AW: The Yes Men im Arte

Vielen Dank, Hannes! Leider haben wir ARTE nicht.

Mit Gruß & Dank, Michael

 

Von: Hannes, Gesendet: Mittwoch, 16. September 2009 10:30, An: Michael, Betreff: AW: AW: The Yes Men im Arte

Lieber Michael, wir haben zwar ARTE aber ich kann leider nicht aufnehmen.

Liebe Grüße, Hannes

 

Von: Michael, Gesendet: Dienstag, 16. September 2009 12:44, An: Hannes, Betreff: AW: AW: AW: The Yes Men im Arte

Lieber Hannes,

kennst du jemanden, der ARTE hat UND ein Aufnahmegerät?

Gruß, Michael

 

Von: Hannes, Gesendet: Mittwoch, 16. September 2009 16:04, An: Michael, Betreff: AW: AW: AW: AW: The Yes Men im Arte

Lieber Michael,

Ja, kenne ich! Aber bei dem ist das TV-Gerät kaputt!

Liebe Grüße, Hannes

 

Von: Michael, Gesendet: Dienstag, 16. September 2009 16:14, An: Hannes, Betreff: AW: AW: AW: AW: AW: The Yes Men im Arte

Lieber Hannes,

dann sehe ich auf deren Website nach! Vielleicht ist da ein Movie-Link. Ist das diese: http://theyesmenfixtheworld.com/  ?

Gruß, Michael

 

Es folgt zunächst keine Antwort von Hannes . . .

 

Das Telefon läutet bei Michael. Hannes ist dran.

„Hallo Michael! Du, ich kann dir leider nicht sagen, ob das die richtige Website ist! Mein Internet geht plötzlich nicht mehr . . . “

 

By Michael . LitterART, 16/09/2009 ©

Roberto Bolano . 2666

7 Sep

ROBERTO BOLANO

2 6 6 6

…und der Vollmond drang durch die Zeltleinwand wie kochender Kaffee durch eine als Filter verwendete Socke.

…und der Vollmond drang durch die Zeltleinwand wie kochender Kaffee durch eine als Filter verwendete Socke.

MONSTERROMAN

Vor mir liegt heute kein Buch. Das Buch, das im Moment nicht vor mir liegt, ist das OPUS MAGNUM des chilenischen Autors ROBERTO BOLANO (1953-2003 *). Von vielen Seiten dazu aufgerufen, ab dem 7. September Bolanos Meisterwerk 2666 gemeinsam mit Ausdauerbibliophilen aus dem deutschen Sprachraum in genau 2666 Stunden zu bezwingen, meine ich: Nein, das werde ich nicht schaffen! Ich müsste meine ganze Aufmerksamkeit – und diese verdient Bolanos Monsterwerk mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit – auf den Text lenken und diesen in  111 Tagen bis zum 27. Dezember ausgelotet, infiltriert und sattsam bezwungen haben. Das würde bedeuten: 70 Seiten hochkarätige Lektüre pro Woche ohne Qual zu absolvieren! Stattdessen werde ich versuchen, in dieser Zeit selbst wenigstens 7 Seiten pro Woche zu schreiben; schließlich muss mein eigenes Buch fertig werden. Außerdem sage ich gerade so ganz leise zu mir: „Michael, du musst ja nicht gleich bei allem mitmachen, was gerade mal so hype ist! Lasse dir da bloß keine Zwänge aufdividieren, von welchen du dich im nachhineigen Mittendrinsein nicht mehr so leicht befreien könntest!“

Ja, genau! Das Freisein ist ein wichtiger Wert! Und außerdem ist viel zu vieles hype in Zeiten wie diesen. Uns horzpochenden, atemrasenden Menschen des 3. Jahrtausends hängt schon ohne solche kulturdekadenten Zwangsbeglückungen die gebläute schlappe Alltagszunge heraus. Wenn ich allein daran denke, wieviele E-Mails ich an diesem Montag zu lesen und zu bearbeiten habe – – – !!! Kawumm!!!

Das 2666-Projekt ist hype. Ganz eindeutig. Nichts für mich! Für Sie vielleicht!?

bolano buchNun muss ich mir den Roman allerdings erst einmal besorgen. Nicht heute. Nicht morgen. Wohl erst nach dem 27. Dezember, wenn der ganze gut inszenierte Verkaufsgag-Rummel **) um dieses im VORHINEIN zum LITERATUR-ALIEN gemachte Buch einigermaßen vorüber ist. Bis dahin wird es mir ein ab- und aniges Vergnügen sein, zu verfolgen, wie sich die für die Teilnahme am 2666-Projekt gewonnenen LeserInnen an der Lektüre erfreuen oder dem Text mit vampiristischen Zähnen das Blut bis auf den letzten Tropfen aussaugen. Ich denke, den einen oder anderen Zahn werden sich so manche auch daran ausbeissen. Macht nichts! Es gibt ja gute Zahnärzte – meint Euer LitterART.

*) Danke für den Korrekturtipp, Dietmar Hillebrandt !

**) Es wurde nach einem glaubwürdigen Gedankenaustausch mit dem Initiator des 2666-Projektes von mir kurz nach Erstellung dieses Textes zur Kenntnis genommen: Es handelt sich dabei nicht um einen Marketing-Gag, sondern schlichtweg um einen genialen Einfall einer Privatperson, zu dem ich – auch wenn mein Motor dabei nicht anspringt – aufrichtig gratuliere!

Das Lektüreprojekt zu Roberto Bolanos Roman 2666, von Marvin Kleinemann ins Leben gerufen, startet zum deutschen Erscheinungstermin des Buches am 7. September. In 111 Tagen, bis zum 27. Dezember, in genau 2666 Stunden, soll das Werk Bolanos, das nun im Hanser Verlag erscheint, bezwungen werden.

Ein jeder ist herzlich dazu eingeladen, sich diesem Projekt anzuschließen und gemeinsam mit anderen über das Buch zu diskutieren und sich auszutauschen. Die Vernetzung von bibliophilen Menschen wird medial vielfältig sein, ob Kommentarfunktion oder eigener Beitrag auf der Internetseite selbst, StudiVZ oder Twitter – für jeden ist etwas dabei!

2666 Stunden durch die Nacht

Artikel in der Welt Online

TIPP & TEXTAUSZÜGE ZUM BUCH-PROJEKT von: Die Domptöse . Die Domptöse und http://www.zwei666.de/

By LitterART, 07/09/2009