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SLIP SLAP

2 Dez

SLIP SLAP

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By LitterART, 02/12/2009 ©

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LAND ROVER DEFENDER – LEGENDE & OBSESSION

2 Okt

LAND ROVER DEFENDER 90

 

LAND ROVER DEFENDER

LEGENDE & OBSESSION

 

 101 Vorurteile, Verlockungen & Verschreckungen

 

Was hat es wirklich mit diesem LANDY-Mythos auf sich?

Irgendwann kamen wir, meine Frau, unser Hund und ich, auf die Idee, einen DEFENDER besitzen zu wollen. Es handelte sich zweifelsohne um einen Zustand mit obsessivem Charakter – von Anfang an. Wir waren mutig. Und haben uns einen gekauft. Etwas Ehrlicheres und Pureres bekommt man ja heute auf dem von Schnelllebigkeiten, Unnötigkeiten und Geschmacklosigkeiten geprägten Autosektor nicht, so dachten wir. Und wir wollten etwas ganz Klares, Unkitschiges, Uriges und doch faszinierend Schönes und Stimmungsversprechendes. Wir haben es auch bekommen!

OFFROAD ADVENTURES/GOOD TIMES – Unser guter alter DEFENDER 90

Fazit nach 165.000 km und sieben Jahren vielseitigsten Zusammenlebens mit einem Defender 90 TD 5 SW, 122 PS, Bj. 2000 und einem fast dreijährigen mit einem 90 TD 5 ST, Baujahr 2006 – – – – – Nein, einen Moment noch bitte, bevor ich Ihnen die ganze Wahrheit verrate!!!

Einige BILDER aus unserem DEFENDER-ALLTAG zum Einstieg in die Materie sind beigefügt! Werfen Sie doch bitte einen Blick darauf, um sich ein BILD davon zu machen, was Worte hier nicht zum Ausdruck bringen können!

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Schmutzlos zum Genieren!!!

Seitens der Optimisten in unserem Freundeskreis hieß und heißt es: „Superauto! Genau das Richtige für Euch! Geht gut, haltet ewig, ist etwas für Professionisten und Puristen, die keinen Wert auf unnötigen Schnickschnack legen und/oder solche, die ihn ohnedies nur zwischen allem Zweck- und Abwechslungsdienlichem als Zweitwagen neben einer Luxuskarosse fahren.“

Aus Pessimisten-Mündern war zu vernehmen: „Finger weg von einem solchen Landy! Das ist ein Dinosaurier, nicht zeitgemäß, anfällig, teuer, unfahrbar auf der Straße, im Winter so warm wie ein leckes Zelt im Polarsturm, steht nach jedem Regen unter Wasser, ist komfortmäßig eine Zumutung in unserer Zeit, ist sowieso ein Sarg mit Walzenrädern oder Asphaltschneidern, mit dem man sich bald in den Tod fährt, da es keine Airbags gibt, ABS nur gegen Aufpreis lieferbar ist und so weiter und so fort . . . “

Aber jetzt! Fazit ist, dass meine Frau nach all den Jahren stets den Landy nimmt und den Saab stehen lässt. Fazit ist, dass unser Hund nur in seiner geliebten Landy-Hundehütte stundenlang ein glücklicher Hund ist. Fazit ist, dass ich auch nicht allzu weite Autobahnbstrecken am liebsten mit dem Landy gallopiere, welcher sie zwar laut, abenteuerlich, etwas zugig, aber ganz und gar toll meistert – wenn nötig mit bis zu 150 km/h (Tacho!) schnell, aber bestens mit 120 km/h stresslosen brummelnden Dahindieselns. Klar muss man so ein Feeling lieben. Wir tun’s!

On tour

Wie sich der Landy im Gelände fährt, wie man mit ihm etwa in Kroatien über Stock und Stein, Schlamm und Unterholz, Sträucher (sollen sie halt den Lack ein wenig kitzeln – ist ja ein Landy) und an die entlegendsten Plätze kommt, wie man den tiefsten Winter mit Ganzjahresreifen übersteht und klaglos zu unserem entlegenen Berg-Haus durch stete Neuschneeverwehungen über steile Waldwege kraxelt, wie man mit ihm einen abgerutschten schweren Traktor samt Anhänger aus einem Graben zieht, darüber brauche ich hier wohl nicht viel zu erzählen. Ich sage nur. „Sicher und souverän.“

Very British . . . Österreicher in den Wäldern Sloweniens

Dass an mit dem DEFENDER aber auch – wenn man wirklich mit ihm fahren kann, wie etwa meine Frau – auch auf asphaltierten Bergstraßen so manchen blöd schauenden BMW-Fahrer bergauf schlichtweg abhängt, denn die nötige Kraft und Straßenlage (permanenter Allrad und etwas hupffreudige Fahrwerks-Brett-Härte) hat er, ist schon bemerkenswert. Ein Ur-Landy ist bis etwa 120 km/h weder langsam noch liegt er schlecht auf der Straße. Man muss ihn nur mutig anspornen und herrisch zügeln! Laut und rauh ist er halt, OK! Ist doch schön . . .

Bergab kommt man auf steilen Schnee- und Eispassagen durch den Wald und über Wiesen, wie sie unsere Rumpel-Abfahrt bis zur Landstraße aufweisen kann, prima mit der Geländeuntersetzung. ABS? Aus meiner Sicht nicht nötig.

Und in der Stadt? Prima! Der Landy braucht verhältnismäßig wenig Diesel, ist Dank seiner Kürze und Übersichtlichkeit fein zum Parken und hat überdies den Nebeneffekt, dass er nahezu allseits positive Emotionen erweckt und alle Stadtindianer mit ihren provokanten Gehsteigkanten-SUV’s zumindest für einige Augenblicke etwas nachdenklich werden lässt – – – vor allem dann, wenn man noch von der letzten echten Geländefahrt Gatsch bis auf’s hochsitzhohe weiße Dach oder auf der caramelfarbenen Plane picken hat.

INNENBEBEN (besonders auf Rumpelstraßen)

Freilich muss man auch ganz klar sagen, dass man sich in KRISENZEITEN sowie aus Gründen der VERNUNFT und des UMWELTSCHUTZES schon selbst fragt: Muss ein solches Fahrzeug sein??? Für einen Stadt- und Normalfahrer sicher nicht! Für uns – naja. Wir wohnen ja meist außerhalb des Urbanen im wilden Niemandsland. Bei uns ist das anders! (Wenn ich bar ganz ehrlich zu mir bin: Ein FIAT PANDA 4×4 mit Anhänger oder ein alter LADA TAIGA täten es auch. Bloß: Da müssten wir halt unterwegs sein, wie rumänische Schrotthändler, bei dem was wir so alles  – Hund inklusive – zu transportieren haben. Außerdem: Man gönnt sich ja sonst nichts 😉 .

Negatives? Ja, gibt es auch. Es stimmt, dass ein Landy von Anfang an undicht ist, was Zugluft und Wasser anbelangt. Aber es gab auch nie ein echtes Problem damit. Man kann damit leben. Es stimmt, dass ein Landy im Winter schlecht heizt. Es stimmt, dass allfällige Reparaturen und Services teuer sind. Ein solcher Landy ist halt kein PKW. Aber das soll er ja auch gar nicht sein. Es stimmt auch, dass im Laufer der Jahre immer wieder irgendetwas Unerwartetes kaputt wird (Blinkerrelais, die nicht so langlebigen Bremsen, die Fenster-und Türendichtungen, die Scharniere, beim alten Landy zuletzt sogar die an sich unzerstörbar wirkende urschwere „Schwungmasse“, was eine 1400 Euro Reparatur zur Folge hatte). Aber die meisten Lästigkeiten lassen sich selbst oder zumindest an der nächsten Tankstelle mit etwas Bastelfreude beheben. Nicht so schlimm! Nicht beheben konnte ich beim Altlandy jedoch die stets nach Regenfahrten auftauchenden Langzeitprobleme mit dem Starter. Der musste repariert werden. Und wie bei fast allen Defendern war auch nach kurzer Zeit die Hecktüre irreparabel durchrostet. Austausch – ca. 1000 Euro. Ganz im Stich gelassen haben uns unsere Landys jedenfalls nie. Wir sind ihnen dankbar dafür.

FLI.Der Hofb

NACHBARSCHAFTSHILFE (Heuen-Einsatz vor Gewitter)

Das Defender-Image? Sicher ist zunächst einmal: Ein Defender ist kein Kitsch! Man wird im Laufe der Zeit für alles gehalten – vom totalen Spinner bis zum Naturfreak, vom Menschen mit gutem Geschmack bis zum verantwortungslosen Umweltsünder. Naja. Ein wenig Selbstbewusstseins ist mit einem solchen Landy manchmal nötig, dann aber auch wieder gar keines – je nachdem. Schön ist, dass man überraschend häufig freundlich von Fremden gegrüßt wird, angeblinkt, angelächelt – von Kindern, von Erwachsenen die noch Daktari im TV gesehen haben und von älteren Leuten, in welchen das seit 60 Jahren produzierte Fahrzeug offenbar so manche herrliche Erinnerung auslöst. Außerdem möchte ständig jemand mitfahren und das einmalige Defender-Feeling mit allen Sinnen erleben. Wunderbar, nicht?! Mit einem Defender liegt man zeitlos und völlig losgelöst von allen modernistischen Strömungen immer irgendwie richtig. Aber nur, wenn man ihn wirklich braucht! Dann ist ein Defender das NON-PLUS-ULTRA.

Zu dem, was wir am Defender am meisten lieben, zählen u. a. die beiden getrennt voneinander bedienbaren Luftklappen unter der Frontscheibe. Im Hard Top ersetzen sie in Verbindung mit den seitlichen Schiebefenstern und dem herausnehmbaren Glashubdach jede Klimaanlage (wie viele andere auch vertragen wir keine). Sind sie geöffnet, riecht man auf Landfahrten wohlig Wald, Wiesen, Heu und wird von einer in keinem anderen Auto unserer Zeit mehr erlebbaren Symphonie an Luftpoesien umströmt. Im dichten Verkehr lassen die beiden Klappen klarerweise ungefiltert Staub und Gestank herein. Auf der Autobahn führen sie zu einer beträchtlichen Lärmentwicklung. Man merkt, dass man fährt, dass man lebt. Das hat doch immerhin was an sich, nicht?! Wie man in der neuesten Modellreihe des DEFENDER gerade auf diese für den Wagen seit 60 Jahren so typischen  Luftklappen verzichten kann, ist mir ein RÄTSEL! Kein echter DEFENDER-FREAK wird das verstehen. Auch vom Interieur her sind die neuen DEFENDER keine DEFENDER mehr!

Ein Defender – für manche TRAUM, für andere ALPTRAUM

DEFENDER. EIN TRAUM? Auf gewisse Weise ja. Aus diesem Grund haben wir uns auch noch einen Defender 90 Soft Top, Bj. 11/2006 im klassischen DAKTARI-SAMBESI-GRÜN (Keswick Green) wie noch bei der alten Bauart, gesichert. Der kann die Klappen wenigstens noch aufreißen – zusätzlich zum aufroll- und mit viel Geduld ganz abnehmbaren „Zelt“-Dach!!! Den fahren wir nun auch seit fast drei Jahren wieder als Zweitwagen. (MANCHMAL FLIEGEN WIR SAMT HUND AUCH MIT IHM HINAUS IN DIE WEITEN DES KOSMOS . . . ABER BITTE NICHT WEITER SAGEN!!!) Den alten haben wir um viel Geld an einen Liebhaber verkauft. Unglaublich, wie ein DEFENDER seinen Wert hält!

Grosso modo gilt für den neuen DEFENDER Soft Top (ST) dasselbe, was ich schon oben gesagt habe. Bloß ist dieses Fahrzeug noch charakteristischer, noch puristischer, noch abenteuerlicher als der Hard Top (HT). Von außen dringt alles noch lauter ein. Damit das Dach nicht flattert und besser dämmt, haben wir es mit einer dicken Innendämmung versehen. Im Gegensatz zum auf seine BOOST-REIFEN bullig daherkommenden alten HT hält den neuen ST mit seinen originalen 205er Michelins auf weißen Stahlfelgen fast jeder für einen Oldtimer. Man zeigt sich ganz verwundert, sobald klar wird, dass es sich um einen Neuwagen handelt. Mit diesem Wagen passiert es gerade am Land öfters, dass einem ältere Menschen aus ihren Gärten, von den Äckern und aus den Ställen freundlich zuwinken. Ich denke, sie fühlen sich an die Zeit erinnert, als vor 60 Jahren die BRITISCHEN BESATZER mit ganz ähnlich aussehenden LAND ROVERN Hilfe in unserem Land Österreich geleistet haben. Junge wiederum freuen sich einfach am zeitlosen abenteuerlichen Aussehen des Dauerläufers.

Land Rover Serie II (Vordergrund) & Defender 90 (Hintergrund)

Was beim Soft Top wirklich anders ist: Dass er nur 2-  bisa 3-sitzig ist. Darüber hinaus die BEDACHUNG! Klar! Dazu ist zu sagen, dass wir nun aufgrund der erhöhten Zugigkeit des nur auf Zeltstangen aufgezogenen militärartigen Planenverdecks im Winter manchmal mit Zipfelmütze und Daunenjacke fahren  – aber nur bei starken Minusgraden und wenn es auf die Autobahn geht. Denn ab 120 km/h wird es zugig. Bei Landstraßengeschwindigkeit ist der Soft Top aucvh im Winter kein Problem und heizt ganz gut.  Man kann ja zum Glück den komfortablen PKW mit Stand- und Sitzheizung nutzen, wenn man nicht voll eingeschneit ist und den DEFENDER unbedingt braucht. Im Sommer hingegen rollt man die Plane lässig seitwärts und hinten auf. Dann sitzt man, stets von Urlaubsstimmungs-Feeling durchströmt, wie Gott in Frankreich gut gelüftet unter dem Rollsffdach sowohl im Schatten als auch im Trockenen. Dann kann man den hinter verschlossenen Scheiben im Klimaschock sitzenden Schnöseln in ihren für Geländewägen meist bizarr blitzenden BMW-, VW-, AUDI- und  KOREA- & JAPAN-SUV’S entweder die lange Nase zeigen, sie schlichtweg ignorieren oder bemitleidend über ihre kleinkarrierte Angepasstheit lächeln, wenn man mal böse sein will.

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Zeltgefühl im Buschgewühl

Die komplette Abnahme des Planenverdecks ist möglich. Ich betone: MÖGLICH! Es ist auch möglich, das Verdeck bei Regen wieder aufzuziehen. Ja, möglich ist es. Aber man benötigt dafür mindestens zwei Personen und 30 Minuten Zeit. Dann hat man natürlich das totale DEFENDER-FREILUFT-FEELING in seiner pursten Form. Meine Empfehlung: Lassen Sie das bleiben! Alternative: Bei Sommerbeginn ganz weg mit dem Planenverdeck und bis zum „Rückmontage“ im Winter mit BIKINI VERDECK fahren (EBAY –  ca. 250,- Euro).

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Sturmeinsatz – Defender eben, ein Traktor auch für die Autobahn und zum Großatstadflanieren (wenn’s unbedingt sein muss!!!)

Was der Defender so alles kann? Inzwischen gab es bei uns im Jänner 2008 einen argen Sturm. Die Straßen waren von umgestürzten verlegt. Kein Problem. Mit dem DEFENDER fuhren wir einfach steil durch den Wald und durch Bäche. Über kleinere Bäume humpelte man achtlos mit ihm drüber. Mit ihm –  Motorsäge und Holzfällerwerkzeug auf der Ladefläche – zogen wir Bäume weg wie Zündhölzer. Mit ihm zogen wir auch den festsitzenden Traktor aus dem Graben-Gatsch.

Ach ja! Hochwasser gab es nach Unwettern auch einige. Unten war das Tal mehrfach von Muren blockiert. Der DEFENDER sah kein Problem darin. Während andere Autofahrer ratlos da standen, bahnte er sich seinen Weg.

Auch zum Suchen versprengter Rinder kommt der Defender immer wieder zum Sondereinsatz. In unserer Gegend haben mehrere Almbesitzer einen DEFENDER – mit Pritschen, Seilwinden und allem DRUM & DRAN. Für sie ist das ein Arbeitsgerät, ein zweiter Traktor. Und alle lieben ihn, IHREN LANDY – auch wenn er ab und an mal muckt! Es ist unglaublich, wo man mit einem DEFENDER überall hin, durch, rauf und runter kommt, wenn es sein muss. Jeder Städter steigt da als neugieriger Beifahrer blass im Gesicht aus. So ist das und nicht anders.

Sicherheit? Die Sicherheit besteht in der absolut verlässlichen Geländegängigkeit und der Robustheit des Wagens. Wird man von einem Normal-SUV gerammt, kann man ihn von dem STAHL-STOSSSTANGEN-TRÄGER wischen. Wenn er, wie serienmäßig ohne Überroll-Käfig ist, ist man bei einem Überschlag allerdings tot! Dasselbe gilt wohl auch, wenn man ohne ABS und Knautschzone in einen Baum fährt. Das war’s dann.

Kann ein Auto Hunde- & Katzenliebling sein?

Ein abschließendes Wort zur Bereifung. Unser erster Defender hatte offenbar werksmäßig GOODRICH Radial All Terrain 265/75/R13 Reifen, aufgezogen auf Boost-Stahlfelgen. Die hielten zwar unglaubliche 100.000 km, aber sie waren eine Katastrophe mit echtem Risikofaktor auf regennasser Fahrbahn. Im Winter gingen sie solala. Absolut zufrieden waren wir über 60.000 km mit den FULDA TRAMP 4 x 4 ALL TERRAIN, einem echten Allrounder. Die 205er R 16 MICHELIN-Reifen auf dem neuen Zelt-Landy sind in jeder Beziehung super.

Fazit POSITIV: Für jemanden, der/die ihn unbedingt will und braucht, das ultimative Gefährt.
Fazit NEGATIV: Für jemanden, der/die ihn nicht unbedingt will und braucht, der totale Fehlgriff.

Landyssimus-Grüße von drei Defender-Fans – meiner Frau, unserem Hund, & mir

Michael Z. B.

Was meinen Sie?

By LitterART, 02/10/2009

 

LINK: http://blacklandy.de

RUNaWAY

20 Sep
 LitterART 2009 ©

 

b

RUNaWAY

b

Die Zeit ist noch da,

Die Weite

Und die Schönheit,

Die Stille – Aber die Menschen,

Die Menschen sind weg!

—————————

The time is still existing,

The width,

And the beauty,

The silence – But the men,

The men ar here no more!

b

By LitterART, 20/09/2009 ©

 

ZACK

14 Sep

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By LitterART, 14. September 2009 ©

Roberto Bolano . 2666

7 Sep

ROBERTO BOLANO

2 6 6 6

…und der Vollmond drang durch die Zeltleinwand wie kochender Kaffee durch eine als Filter verwendete Socke.

…und der Vollmond drang durch die Zeltleinwand wie kochender Kaffee durch eine als Filter verwendete Socke.

MONSTERROMAN

Vor mir liegt heute kein Buch. Das Buch, das im Moment nicht vor mir liegt, ist das OPUS MAGNUM des chilenischen Autors ROBERTO BOLANO (1953-2003 *). Von vielen Seiten dazu aufgerufen, ab dem 7. September Bolanos Meisterwerk 2666 gemeinsam mit Ausdauerbibliophilen aus dem deutschen Sprachraum in genau 2666 Stunden zu bezwingen, meine ich: Nein, das werde ich nicht schaffen! Ich müsste meine ganze Aufmerksamkeit – und diese verdient Bolanos Monsterwerk mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit – auf den Text lenken und diesen in  111 Tagen bis zum 27. Dezember ausgelotet, infiltriert und sattsam bezwungen haben. Das würde bedeuten: 70 Seiten hochkarätige Lektüre pro Woche ohne Qual zu absolvieren! Stattdessen werde ich versuchen, in dieser Zeit selbst wenigstens 7 Seiten pro Woche zu schreiben; schließlich muss mein eigenes Buch fertig werden. Außerdem sage ich gerade so ganz leise zu mir: „Michael, du musst ja nicht gleich bei allem mitmachen, was gerade mal so hype ist! Lasse dir da bloß keine Zwänge aufdividieren, von welchen du dich im nachhineigen Mittendrinsein nicht mehr so leicht befreien könntest!“

Ja, genau! Das Freisein ist ein wichtiger Wert! Und außerdem ist viel zu vieles hype in Zeiten wie diesen. Uns horzpochenden, atemrasenden Menschen des 3. Jahrtausends hängt schon ohne solche kulturdekadenten Zwangsbeglückungen die gebläute schlappe Alltagszunge heraus. Wenn ich allein daran denke, wieviele E-Mails ich an diesem Montag zu lesen und zu bearbeiten habe – – – !!! Kawumm!!!

Das 2666-Projekt ist hype. Ganz eindeutig. Nichts für mich! Für Sie vielleicht!?

bolano buchNun muss ich mir den Roman allerdings erst einmal besorgen. Nicht heute. Nicht morgen. Wohl erst nach dem 27. Dezember, wenn der ganze gut inszenierte Verkaufsgag-Rummel **) um dieses im VORHINEIN zum LITERATUR-ALIEN gemachte Buch einigermaßen vorüber ist. Bis dahin wird es mir ein ab- und aniges Vergnügen sein, zu verfolgen, wie sich die für die Teilnahme am 2666-Projekt gewonnenen LeserInnen an der Lektüre erfreuen oder dem Text mit vampiristischen Zähnen das Blut bis auf den letzten Tropfen aussaugen. Ich denke, den einen oder anderen Zahn werden sich so manche auch daran ausbeissen. Macht nichts! Es gibt ja gute Zahnärzte – meint Euer LitterART.

*) Danke für den Korrekturtipp, Dietmar Hillebrandt !

**) Es wurde nach einem glaubwürdigen Gedankenaustausch mit dem Initiator des 2666-Projektes von mir kurz nach Erstellung dieses Textes zur Kenntnis genommen: Es handelt sich dabei nicht um einen Marketing-Gag, sondern schlichtweg um einen genialen Einfall einer Privatperson, zu dem ich – auch wenn mein Motor dabei nicht anspringt – aufrichtig gratuliere!

Das Lektüreprojekt zu Roberto Bolanos Roman 2666, von Marvin Kleinemann ins Leben gerufen, startet zum deutschen Erscheinungstermin des Buches am 7. September. In 111 Tagen, bis zum 27. Dezember, in genau 2666 Stunden, soll das Werk Bolanos, das nun im Hanser Verlag erscheint, bezwungen werden.

Ein jeder ist herzlich dazu eingeladen, sich diesem Projekt anzuschließen und gemeinsam mit anderen über das Buch zu diskutieren und sich auszutauschen. Die Vernetzung von bibliophilen Menschen wird medial vielfältig sein, ob Kommentarfunktion oder eigener Beitrag auf der Internetseite selbst, StudiVZ oder Twitter – für jeden ist etwas dabei!

2666 Stunden durch die Nacht

Artikel in der Welt Online

TIPP & TEXTAUSZÜGE ZUM BUCH-PROJEKT von: Die Domptöse . Die Domptöse und http://www.zwei666.de/

By LitterART, 07/09/2009

MY SCARY BALLHEAD

6 Sep

DER KOPF

Foresteyes

FORESTEYES or MY SCARY BALLHEAD

Der Kopf ist etwas, das der Körper mit sich herum trägt. Die Menschen wissen das. Den Tieren ist das vielleicht nicht so bewusst. Sie transportieren ihren Kopf einfach so mit sich. Warum sie das tun, das  ist ihnen nicht klar. Die allermeisten Lebensformen unserer Erde haben einen Kopf. Sogar der Kohl besitzt einen. Der Kopf  wird benötigt. Ohne ihn könnte der Körper ihn nicht mit sich tragen.

Durch den Kopf geht vieles in den Körper hinein (Flüssigkeiten, Nahrung, Eindrücke). Heraus geht aus ihm auch ab und an etwas (Rotz, Spucke, Tränen, Blut, Mageninhalt, Schimpfworte, böse Blicke). Das ist aber wenig erbaulich. Positiv ist es jedoch, wenn ein Mensch singt oder etwas Schönes sagt. Dann kann man davon sprechen, dass auch der Kopf etwas Gutes von sich geben kann.

Weil in der heutigen Zeit so vieles von außen in die Köpfe eindringt, sind die allermeisten von ihnen innen verschmutzt und vergiftet, zumindest aber nicht aufgeräumt. Das ist so, als würde man jahrelang immer Gerümpel in ein und dasselbe Zimmer stellen und kübelweise Müll hinein schütten, ohne dass jemand kommt, der aufräumt und den Unrat beseitigt.  Es gibt niemanden, der Köpfe wieder ganz rein machen bzw. entgiften kann. Das geht höchstens ein ganz klein wenig (beim Psychiater etwa).

Es ist in unserer Gesellschaft auch nicht erlaubt, alles öffentlich aus dem Kopf heraus zu lassen. Im Gegensatz zu früheren Zeiten darf heute aber das Meiste einfach so aus dem Kopf heraus gelassen werden. Manches muss aber drin bleiben. Oft wütet das dann im Kopf und lässt ihn nicht zur Ruhe kommen.

Ist der Kopf schwerer als der Körper, zieht es ihn nach unten. Man spricht dann von „kopflastig“. Kopflastigkeit ist nicht sehr angenehm. Der Kopf muss dann unten sein, während die Beine des Menschen oben sind.

Bei angenehmen Temperaturen zeigen die Menschen für gewöhnlich ihre Köpfe. Ist es zu heiß oder zu kalt, verhüllen sie diese. Der Kopf benötigt angenehme Temperaturen. Doch selbst bei diesen kann es vorkommen, dass man auf unserer Welt vom menschlichen Kopf nichts sieht. Das ist der Fall, wenn jemand seinen Kopf schützen will und einen Helm trägt. In seltenen Fällen verbergen Menschen mit bösen Absichten ihren Kopf unter einer Haube oder einem Strumpf (bei einem Überfall zum Beispiel). Im Fasching ist das alles ganz anders. Da kann der eigene Kopf auch von ganz normalen Menschen verhüllt oder deformiert werden.

Vor langer Zeit soll es Köpfe mit Heiligenscheinen gegeben haben. Da in unseren Zeiten alles nur mehr eilig, aber nichts mehr heilig ist, gibt es auch keine Heiligenscheine mehr.

Der Kopf kann schmerzen.  Für diesen Fall gibt es Kopfwehpulverl oder Schmerztabletten gegen Zahnweh. Helfen Medikamente nicht, ist dringlich ein Arztbesuch zu empfehlen. Besonders weh tut es, wenn man mit dem Kopf  gegen die Wand rennt, wie es so schön heißt. Das ist keinesfalls zu empfehlen!

Wenn es heißt, jemand sei „kopflos“, ist damit nicht gemeint, dass der Besagte keinen Kopf habe wie etwa jene Menschen, die in der Französischen Revolution von der Guillotine geköpft wurden. Das bedeutet nur, dass ein solcher Mensch auf irgendeine Weise die Orientierung verloren hat. Es kann sein, dass er dann gegen Laternenmasten rennt oder etwas tut, was andere Menschen normalerweise nicht tun würden (z. B. einen Polizisten beschimpfen).

Auf KOPF reimen sich ZOPF und KROPF – und diese sind ihm ja auch zugehörig.

In den Köpfen der Menschen geht vieles vor. Was in jedem einzelnen vorgeht, das ist den anderen selten offenkundig. Die Menschen mögen es nicht so sehr, dass jeder weiß, was in ihren Köpfen drin ist. (In manchen ist es nicht so besonders viel.) Die Inhalte ihrer Köpfe lassen sie nur dann heraus, wenn keiner weiß, wer sie in Wirklichkeit sind. So etwas kann im Internet der Fall sein. Im Internet finden sich Inhalte vieler Köpfe. Darunter sind auch jede Menge von Menschen, die ihre Identität nicht verhüllen müssen, weil sie nichts Peinliches bzw. Verbotenes aus ihren Köpfen heraus lassen. Diese Inhalte sind sogenannte VERTRAUENSVOLLE. Ihnen kann man also vertrauen; sie können gefahrlos auch von Kindern angesehen werden.

Gefällt einem der eigene Kopf nicht, kann man ihn nicht mit einem anderen tauschen. Die Medizin ist noch nicht soweit, das zu vollbringen.
Meinen Kopf zeige ich Ihnen hier. Er sieht heute etwas seltsam aus.

Mit dem Kopf ist das so eine Sache!

 

By LitterART, 06/09/2009 ©


PREISSTURZ

5 Sep

PREISSTURZ

Als die Angestellten an jenem Morgen den Konzern betraten, wurden sie sofort in eines der untersten Geschosse geschickt. Sie mussten die Preise wieder herauftragen, die über Nacht in den Keller gefallen waren.

By LitterART, 05/09/2009 ©